Eine neue Verordnung zum Schutz junger Spielerinnen und Spieler wird derzeit diskutiert. In der ersten Phase des Gesetzgebungsprozesses vertrat der SESF die Interessen der Schweizer Esport-Community. Der SESF unterstützt die Maßnahmen bezüglich des Jugendschutzes. Jedoch besteht bei der Regulierung der jungen Esport-Community Klärungs- und Vorsichtsbedarf.

Worum geht es? Die Schweiz hat derzeit keine eidgenössischen Normen zum Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele. Ein neues Gesetz (das „Bundesgesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele (JSFVG)) soll nationale Richtlinien zum Schutz der psychischen und körperlichen Gesundheit von minderjährigen Spielerinnen und Spielern festlegen. Der SESF nahm an der Vernehmlassung teil (Sammlung von Stellungsnahmen bzgl. eines Gesetzentwurfs der Bundesverwaltung) und lieferte Beiträge dazu, wie eine Verordnung erlassen werden kann, ohne den Antrieb einer schnell wachsenden Community zu zerstören.

 

Was schlägt dieser Entwurf vor? Das Gesetz definiert Regeln und Richtlinien zum Jugendschutz, welche die Branche selbstständig implementieren soll (sog. Ko-Regulierung). Die Videospielbranche wird verpflichtet sein, eine Jugendschutzorganisation zu betreiben. Diese Organisation wird für die Festlegung der Umsetzungsdetails, die Aufsicht und die Durchsetzung des Gesetzes zuständig sein.

Darüber hinaus muss ein verbindliches Alterskennzeichnungs- und Kontrollsystem eingerichtet werden. PEGI ist zum Beispiel derzeit nicht mehr als ein Vorschlag, wie alt man sein sollte, um ein Spiel zu spielen. Mit dem JSFVG wäre ein Kennzeichnungssystem wie PEGI gesetzlich gültig.

 

Warum ist der Esport von diesem Gesetz betroffen? Diese Verordnung sieht Beschränkungen für offline Esport-Veranstaltungen wie Turniere und LAN-Partys vor. Für Veranstaltungen mit Spielen, die nur für Spieler ab 16/18 Jahren geeignet sind, wird es klare Richtlinien für den Einlass geben. Zudem gibt es Strafen, wenn keine Anstrengungen unternommen werden, den Zugang einzuschränken.

 

Was ist der Standpunkt des SESF? Der Verband stimmt dem Ziel des Gesetzes zum Schutz der Entwicklung [AK3] minderjähriger Spielerinnen und Spieler voll und ganz zu. Es ist ein Interesse des SESF, Jugendliche vor jeglichem Schaden beim Spielen von Videospielen zu schützen.

Die Ko-Regulierung ist ein intelligenter und geeigneter Ansatz, um den Bedürfnissen einer sich schnell entwickelnden Community gerecht zu werden. Da die Umsetzung des Gesetzes in der Hand der Branche liegt, können wir [AK4] sicherstellen, dass die Regeln realitätsnah und sinnvoll sind, um das Ziel des Jugendschutzes zu erreichen; und dies mit einem vertretbaren Aufwand.

Aber für den endgültigen Gesetzentwurf besteht bei bestimmten Themen noch Klärungsbedarf. Ein Beispiel ist das Problem der offline vs. online Turniere: Wer ist online für die Alterskontrolle zuständig? In welchem Umfang? Ein weiteres Problem ist die Erlaubnis der Eltern: Reicht es aus, wenn Minderjährige eine unterschriebene Erklärung zur Teilnahme an einem Turnier ab 18 Jahren haben? Solche Fragen müssen bald beantwortet werden.

Alles in allem unterstützt der SESF die Richtung des neuen Gesetzes und wird es auf dem Weg durch das Parlament begleiten, um sicherzustellen, dass die Stimme der Schweizer Esport-Community in Bern gehört wird.

 

Weitere Informationen zur Stellungnahme des SESF finden Sie in der Vernehmlassung (Englisch).